1) Umgestaltung des zweiten Ausstellungsraumes
2) Einrichtung der "Werner-Kühlwetter-Ecke"

Im Rahmen der Autorenlesung am 2. Februar 2001 konnte der Raum erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden:

- Die Amerika-Ecke ist nun anders angeordnet.
- Neue (zum Teil uralte) Instrumente sind hinzugekommen.


Ein Alphorn aus der Pfalz

Doppelpedal-Harfe

Ophikleide


Serpent

Das Alphorn (Hörbeispiel)
ist ein in Gebirgsregionen, vor allem in den Schweizer Alpen, aber auch in den Karpaten und Pyrenäen verbreitetes trompetenähnliches Instrument, das aus einem 1,5 bis vier Meter langem Holzrohr ohne Grifflöcher besteht, das meist in einem auf dem Boden aufliegenden, nach oben gebogenen Schalltrichter endet. Daneben sind jedoch auch trompetenartig abgeknickte Formen verbreitet. Das Alphorn verfügt nur über Naturtöne. Diese entstehen dadurch, dass mit Hilfe der Lippen, die gegen das Mundstück gepresst werden, die im Inneren des Instruments befindliche Luftsäule in Schwingungen versetzt wird. Das Alphorn ist seit der Antike bekannt und wird wegen seines durchdringenden Klanges als Signalinstrument, aber auch zum Spielen einfacher Lieder und Tanzweisen wie dem Ranz des vaches, einem Kuhreigen, verwendet. Es gibt auch Alphornkonzerte.

"Alphorn", Microsoft(R) Encarta(R) 99 Enzyklopädie. (c) 1993-1998 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

Viele werden sich fragen, wie man ein solches Ungetüm überhaupt bauen kann, bzw. früher ohne Maschinen bauen konnte. Nichts leichter als das:
Man sucht sich einen geeigneten Baum, der im günstigsten Falle von Haus aus schon die Grundform mitbringt, schneidet ihn der Länge nach mitten durch, höhlt die beiden Teile aus, setzt sie wieder zusammen und umwickelt das Ganze mit Bast. Mundstück drauf - und fertig ist das Blechblas-Instrument (Familie der Hörner!!!) aus Holz.

Unser Alphorn wurde von Herrn Pirmin Huber aus Brücken gebaut. In dem Pfälzer Dorf gibt es eine rege "Alphorn-Szene".


Harfen

wurden in drei Grundformen hergestellt: als Bogenharfe, bei der Hals und Schallkörper einen Bogen beschreiben, als Winkelharfe, bei der Hals und Schallkörper mindestens im rechten Winkel zueinander stehen, und als Rahmenharfe, bei der ein drittes Element, die Vorder- oder Baronstange, Hals und Schallkörper verbindet, wodurch ein Dreieck entsteht, das die Saitenspannung besser auffangen kann. Die heutige Doppelpedalharfe wurde 1811 von Sébastien Érard entwickelt und besitzt mit 46 oder 48 Saiten einen Tonumfang von fast sieben Oktaven (1C-gis4). Die Bass-Saiten bestehen aus ummanteltem Draht und die hohen Saiten aus Darm, Nylon oder Perlon. Um Noten spielen zu können, die nicht im Bereich des siebentönigen Grundtonumfangs der Harfe liegen, verfügt diese über ein System von sieben Doppelpedalen, wobei jedes Pedal eine Saite pro Oktave beeinflusst. Die Harfe ist auf Ces-Dur gestimmt. Wenn ein Pedal in die erste Einstellung gedrückt wird, erhöht sich die Stimmung aller beeinflussten Saiten um einen Halbton, von Ces-Dur auf C-Dur. Wenn das Pedal in die zweite Stellung einrastet, erhöht sich die Saitenstimmung um einen Ganzton, von Ces-Dur auf Cis-Dur.
Rahmenharfen, die fast völlig dem europäischen Kulturkreis zugerechnet werden können, kamen im 9. Jahrhundert auf und entwickelten sich in zwei Variationen in Irland und Schottland sowie auf dem europäischen Kontinent. Die Verwendungsarten der Harfe reichen von Ensemblespiel und Gesangsbegleitung über das Generalbass- und Soloinstrument bis zum heutigen Orchester- und Konzertinstrument. Bedeutende Harfenwerke schrieben u. a. Händel, Mozart, Hindemith, Henze und Berio. Harfe und Harfenspieler genossen im Mittelalter hohes soziales Prestige, und das Instrument hatte entsprechende symbolische Bedeutung; beispielsweise wurde die Harfe in das irische Wappen aufgenommen. Seit dem Mittelalter ist die Harfe das Attribut Davids und Orpheus'.

"Harfe" (gekürzt), Microsoft(R) Encarta(R) 99 Enzyklopädie. (c) 1993-1998 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

Die Ophikleide
ist ein Blechblasinstrument aus Messing mit bis zu elf Messingklappen für Finger und Daumen am konischen Rohr.
Sie wurde von Jean Louis Antoine 1817 entwickelt.
Der Name ist eine Kombination der griechischen Wörter für Schlange und Klappe und wurde vom Erfinder gewählt, um eine Verbesserung des alten Serpenten anzudeuten.
Sie erscheint schon 1819 in der Oper Olympia von Spontini und ist in der Sommernachtstraum-Musik von Mendelssohn-Bartholdy, in der Symphonie Fantastique von Berlioz und in Verdis Requiem anzutreffen.
Heute wird sie durch die Bass-Tuba ersetzt.


Der Serpent (Hörbeispiel)
wurde im späten 16. Jahrhundert in Frankreich erfunden.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann das Instrument in Militärkapellen Einzug zu halten, um die vom Fagott gespielte Bass-Stimme zu stützen.
Der Serpent ist eine sich konisch erweiternde, mit schwarzem Leder überzogene Holzröhre. Er hat sechs Fingerlöcher und eine gebogene Messingröhre mit einem Kesselmundstück, mit dem der Serpent wie ein echtes Blechblas-Instrument klingt.
Der Serpent wurde u. a. noch von Mendelssohn-Bartholdy in seiner Reformations-Sinfonie (1932) und in seinem Oratorium Paulus eingesetzt.
Um den Händen die Grifflöcher des langen Rohres in erreichbare Nähe zu bringen, war das Instrument schlangenartig mehrfach gebogen.
Der Serpent war das erste Bass-Instrument, das den Bass in Militärkapellen und Blechbläser-Sektionen lieferte. Sein Nachfolger wurde die Ophikleide, die wiederum im 19. Jahrhundert von der Tuba verdrängt, in Frankreich aber noch bis zum 1. Weltkrieg gebaut wurde.
Dieser Serpent hat noch drei Messingklappen und wurde zwischen 1800 und 1850 gefertigt.

Die "Werner-Kühlwetter-Ecke"


Werner Kühlwetter beim Einrichtren

Werner Kühlwetter, Musiker aus Mackenbach, ist als Deutsch- und Musiklehrer mir seiner Frau Antje, auch Lehrerin, in Namibia hängen geblieben. Er hat das Land im Südwesten Afriaks lieben gelernt, aber auch seine Heimat nie vergessen. So reist er mwehrmals im Jahr in sein geliebtes Musikantendorf, immer reich bepackt mit Musikinstrumenten und Gebrauchs- und Kunstgegenständen, die er in den Dörfern der Eingeborenen in Namibia erstanden hat und großzügig dem Museum überlässt.

Etwas ganz Besonderes stellt seine umfangsreiche Gesteinssammlung dar.

Die "Werner-Kühlwetter-Ecke" kann ab sofort im Museum bestaunt werden.

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